Baumkarte. Oder: Wie entsteht eine Karte?

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Da ich jetzt schön öfter danach gefragt wurde, zeige ich jetzt mal. wie bei mir eine Karte entsteht.

Zuerst braucht es mal Inspiration. Die hole ich mir aus Bastelbüchern, von verschiedenen Blogs oder Pinterest. Eine Mischung aus Allem ergibt dann irgendwann eine Skizzenzeichnung, die mal mehr, mal weniger genau ist. Manchmal weicht das Endergebnis extrem von der Skizze ab, aber meistens ist am Ende doch noch eine Ähnlichkeit zu erkennen:

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Zu der Idee suche ich mir dann die passenden Farben. Ich versuche immer eine Haupt- und eine Nebenfarbe zu verwenden oder mich auf ein Farbschema festzulegen. Hier war es gelb und grün. Dieser Arbeitsschritt kann teilweise auch mal Ewigkeiten dauern. Immer wieder lege ich Papierstücke übereinander, tausche aus. Irgendwann habe ich immer ein „Hauptstück“ an dem ich den Rest anpasse. Hier war es das glitzernde grüne Wabenpapier:

2Manchmal habe ich, wie hier, Papier dabei, dass ich nicht mehr nachkaufen kann, oder das mir zum Nachkaufen zu teuer wäre. Deswegen mache ich mir aus normalem Druckerpapier Größenbeispiele, und teste, ob die Größen passen. Das schaut dann so aus:

3Wenn ich mit der Aufteilung und den Größenverhältnissen zufrieden bin gehts ans Ausschneiden. Ich schneide immer erst mal alle Einzelteile aus:

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Dann beginne ich mit dem aufwendigsten Teil. Das Aufwendigste bei dieser Karte ist natürlich der Baum. Diese Idee stammt übrigens aus einem Bastelbuch.

Generell mal ein Tipp fürs Aufkleben von Kleinteilen: Nehmt sie mit einer Pinzette auf, macht irgendwo einen Klecks Kleber hin und tippt dann mit den Kleinteilen erst auf den Kleber um es dann an seine Stelle zu kleben. Dadurch kann es nicht passieren, dass ihr mal zu viel Kleber auf der Karte habt, und es quillt oder sich wellt.

5Wenn die Einzelteile der Karte dann fertig sind, geht es ans Zusammensetzen.

Noch ein paar Tipps: Die drei Hintergrundteile lassen sich am besten mit Flüssigkleber aufbringen, da sie sich dadurch noch leicht verschieben lassen. Damit sie sich dann nicht wellen sollte man danach eine Pause einlegen, in der man die Teile unter Büchern presst. Ich habe dafür extra in meinem Bastelzimmer immer die Harry-Potter-Bücher auf einem Glastisch liegen. Da kommen solche Teile, und am Ende auch ganze Karten, zum Trocknen drunter.

6Bänder lassen sich dagegen am besten mit doppelseitigem Klebeband anbringen. Dabei ist die dreiteilige Oberfläche ein großer Vorteil: Man kann die Enden auf der Rückseite umklappen, und hat dadurch meine hässlichen Bandkanten an den Karten.

10Erst wenn die gesamte Oberfläche fertig ist, wird sie auf der eigentlichen Karte geklebt. Ich benutze da dazu wieder Flüssigkleber. Ich habe aber schon öfter gelesen, dass andere dort doppelseitiges Klebeband benutzen, weil die Gefahr, dass die Karte wellt hier recht groß ist, da man ja eine große Fläche klebt. Klebesticks eignen sich meiner Meinung nach übrigens gar nicht, da sich die Teile dann immer wieder ablösen. Die Sticks verwende ich nur bei Natur-, Spinnen- und Seidenpapier oder sehr leichten Papiersorten, die extrem schnell durchdrücken.

7Ich finde er immer schön mit den Papierresten auch noch einen Umschlag zu gestalten. Einfach Dreiecke in der richtigen Größe ausschneiden und aufkleben.

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Zuletzt habe ich noch eine Plakette mit einem Glücksspruch gemacht. Dafür benutze ich gerne Reliefsticker. Das geht einfach, schnell und sieht sauberer aus als selber zu schreiben. Zumindest, wenn man so eine schlimme Schrift hat wie ich ;-). Alternativ kann man natürlich auch stempeln. Ich male die Stempel dann immer nochmal mit einem Fineliner oder Gelstift nach. Es gibt auch die Embossing-Stempel-Technik, bei der erst ein Stempel mit Klebemittel gestempelt wird und darauf ein Pulver gestreut wird, das dann mit einem Heißluftföhn geschmolzen wird. Das sieht dann so ähnlich aus wie die Sticker, Leider fehlt mir dazu noch das Equipment. Aber irgendwann werde ich das sicher auch mal ausprobieren.

Nun erst mal zurück zur Karte:

9Dies sind die Gerätschaften die ich, neben meiner Big-Shot-Stanzmaschine, verwendet habe: Flüssigkleber, Klebeband, Scheren, Pinzette, Skalpel, Kreisschneider und einen Ministanzer für die Blätter.Und das ist das Endergebnis:

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Jetzt musste das ganze nur noch eine Nacht unter Harry Potter trocknen. Danach mache ich Fotos und dann wandern einige Karten zu ihrem Bestimmungsort, so wie diese, die für einen Geburtstag vorgesehen ist, oder ich packe sie in Folie ein, und dann in eine Plastikbox.

Um die Karten tut es mir immer irgendwie Leid, aber ich bastel zwischenzeitlich zur Entspannung, und dadurch nicht immer direkt für jemanden. Die eine oder andere findet trotzdem immer noch einen glücklichen Beschenkten, da zwischenzeitlich jeder weiß, dass ich einen Vorrat habe. Wer also noch eine Karte braucht, einfach Bescheid geben :-).

Und ich freue mich immer über Auftragsarbeiten oder Gelegenheiten.

Naja, ich hoffe euch gefällt dieser kleine Einblick in mein Bastelzimmer, und ihr könnt vielleicht was mit meinen Ausführungen anfangen.

Interessieren euch solche How-To-Tipps?

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